Die Welt war wie gebannt, vor dem Klassiker SSV Bergneustadt II gegen SV Frömmersbach II. Wen interessieren schon diese Millionärskicks auf diesen überteuerten Sendern. Die Fußball Welt weiß, dass nur der Amateurfussball noch Gefühle kennt und diese waren heute mehr als gegeben.
Als Eminems „NOT AFRAID“ durch die Boxen ballerte und in der Kabine die geballte Konzentration und Power und der unbändige Bock auf dieses Match zum greifen war. Hörte man draußen schon die Massen. Der SVF Support auswärts, legendär. Und wie geil ist es, wenn das Stadion bebt.

16 Haudegen hatte der Coach ausgewählt, aber es hätten auch 25 dabei sein wollen. Aber so ist dieser Sport. 11 müssen raus und dahinter brauchst du noch 5 und mehr geht halt nicht. Das geile an diesem Tag, die Truppe dahinter war auch dabei und machte ordentlich Alarm, denn es war klar, hier geht es um Alles.
Das sind die Spiele, die du nicht so oft spielst, manche nur einmal, manche nie. Spiele auf Messers Schneide. Spiele die eine Saison entscheiden und das ist verdammt viel. Denn in dieser Saison hat genau ein Team von 12 die Chance aus dem Spektakel der Kreisliga D aufzusteigen. Das verstehen nur gestandene Kicker. Das heißt du musst immer alles geben. Und heute trafen zwei Teams aufeinander, die sich bisher nicht die Blöße gegeben hatten. Zwei Teams mit Qualität, die dafür gesorgt haben, da oben zu stehen. Jeder Gegner muss immer respektiert werden und an jedem Spieltag muss die eigene Mannschaft ein Feuer abbrennen. Aber heute brauchte es nicht viele Worte. Sondern nur Teamspirit und den Anpfiff. Es war ein Feuerkessel.
Frömmersbach legte direkt los, wie die Feuerwehr, ging früh auf das Aufbauspiel von Bergneustadt ein und löste mit ganzem Willen und Einsatz die Aktionen. Der Gastgeber wusste genau, dass es hier heute heiß her ging und dass es ein Blut, Schweiß und Tränen Sonntag wird. Also einer der Geilsten. In der ersten Druckphase erwischte Frömmersbach einen Sahnestart und Domme haute die Pille in der 15 Min. in die Kiste. 0:1.

Goldwert und stark. Der SVF hielt den Druck hoch und Tobi und Domme waren nah am 2:0. Die Zweikämpfe wurden hart aber herzlich gepflegt. Immer wieder lagen Spieler auf dem Boden. So ist das eben in einem Fight. Aber fast alle standen wieder auf, die meisten blieben ohne Verletzungen und eigentlich gefiel auch allen diese Atmosphäre.
Waldi und Murat hielten das Zentrum mit Rene und Jan kompakt. Sven und Adem beackerten mit Pino und Marc die außen und. Domme und Tobi vorne. Und hinten stand Robin, wie einer Mauer in der Brandung.

Kurz vor der Pause legte Adem zum Ailton Gedächtnissprint an und ballerte die linke Seite herunter, um dann kurz vor dem Ziel umgemäht zu werden. Was nichts anderes hieß, als Elfmeter. Tobi, die alte Kniefraktur nahm sich die Pille und sein Herz in die Hand. Innenpfosten. 0:2. Halbzeit. Geil!
Nach der Halbzeit wurde es eine Abwehrschlacht, doch der SVF stand gut organisiert und ließ eine Welle nach der anderen an dem eigenen Bollwerk abprallen. Die Räume wurden gut zugestellt, es wurde ständig organisiert, mitgearbeitet, Bälle abgelaufen, gegrätscht, wieder rein gefightet, Oberhand bekommen, um Zentimeter gerungen. Weiterhin waren die Zweikämpfe intensiv, aber respektvoll, im Auge des Kontaktsports. Irgendwann waren die ersten durch und es musste gewechselt werden. Doch das tat dem Kampfeswille und der grandiosen Power keinen Abbruch.
Irgendwann waren die Fights dann auch im Sechzehner und einmal über der Grenze des erlaubten. Elfer für Bergneustadt. Gehalten. Robin Elfmetergott Keldenich. „Wir sind die Geilsten!“ hörte man von den Rängen.

Itze wirbelte bald auf rechts, die alte Lunge. In der Innenverteidigung räumte Oli nun alles ab. Hinten rechts raste Markus nun die Kilometer runter und vorne links kämpfte Nico. Auf der 6 schmiss sich Daniel nun in die Zweikämpfe. Und als die 95 Minute anbrach, hatte Bergneustadt ihren zweiten Elfmeter. 1:2. Abpfiff und Frömmersbacher lagen sich in den Armen.
Platz 1! Und jetzt wird die Stadt auf links gedreht.
Die Musik wurde aufgedreht, die Korken von den Flaschen gelöst und nun heißt es genießen.